Was bedeutet das chinesische Neujahr?

Was bedeutet das chinesische Neujahr?

Seit hundert Jahren gilt in China der westliche Kalender. Wichtiger aber ist für die Chinesen der Jahreswechsel gemäß ihres traditionellen Kalenders, der dieses Jahr auf die Nacht vom 30. auf den 31. Januar fällt. Am letzten Januartag 2014 feiert China daher das so genannte Mondneujahr oder auch Frühlingsfest, den wichtigsten chinesischen Feiertag. Das Jahr der Schlange wird enden und dem Jahr des Pferdes Platz machen.

Die chinesische Zeitrechnung gehört zu den lunisolaren Kalendern. Sie verbindet also Sonnen- und Mondjahr. Ähnlich des christlichen Osterfestes ist das chinesische Neujahr daher beweglich. Es findet in der zweiten Neumondnacht nach der Wintersonnenwende statt. Deswegen liegt es immer zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar.

Dabei wird jedes Jahr einem der zwölf chinesischen Tierkreiszeichen und einem der fünf Elemente Erde, Wasser, Feuer, Holz und Metall zugeordnet, woraus sich ein Zyklus von sechzig Jahren ergibt. Dieser Kalender existiert seit mehr als 4.600 Jahren und ist damit älter als das griechische Alphabet. Im Laufe der Jahrtausende fand er – zum Teil in abgewandelter Form – Verbreitung in ganz Ostasien. Daher ist das chinesische Neujahr unter anderem auch in Korea, Vietnam und Nepal ein wichtiger Tag.

Die Zuordnung der Jahre zu den Tierkreiszeichen entspricht der europäischen (ursprünglich babylonischen) Sitte, den Monaten Sternzeichen zuzuordnen, und findet seinen Niederschlag in der Astrologie Chinas. Menschen, die im Jahr eines Tierkreiszeichens geboren werden, sollen nach Ansicht der Chinesen die positiven Eigenschaften des jeweiligen Tieres teilen. Kinder, die im kommenden Jahr des Pferdes das Licht der Welt erblicken, werden sich demnach durch sportliche Agilität, Abenteuerlust und Freiheitsdrang auszeichnen. Das Element Holz verstärkt in diesem Fall die dynamischen Merkmale des Pferdes. Denn Holz steht in der chinesischen Astrologie für den Aufbruch, den Beginn, den Startimpuls. 2014 als Jahr des Holz-Pferdes verspricht daher aufregend zu werden.

Früher leitete das Mondneujahr eine Folge von fünfzehn Festtagen ein, von denen heute jedoch nur noch die ersten drei in China als Feiertage gelten. Viele Chinesen nehmen sich allerdings den Rest dieser zwei Wochen frei, um alle fünfzehn Tage gemäß den Traditionen zu begehen. Von diesen Traditionen existiert eine fast unüberschaubare Zahl, zumal sich in den unterschiedlichen Regionen Chinas zusätzlich lokale Sonderformen entwickelt haben.

Ein zentrales Element nimmt in diesen Ritualen die Beförderung des Glückes ein. So öffnen die Chinesen etwa am Jahreswechsel gegen 23 Uhr ihre Fenster, damit das Glück Einzug in die Wohnungen nehmen kann. Dabei ist das Haus voll erleuchtet, damit das Glück seinen Weg dorthin finden kann. Schon zuvor wurde gründlich sauber gemacht, denn in einem sauberen Haus fühlt sich das Glück wohler und bleibt länger.

Im Haus und auf den Straßen werden goldene Glückssymbole angebracht. Umzüge mit Drachen- und Löwenfiguren und Feuerwerk sollen ebenfalls zu mehr Glück verhelfen. Vorherrschende Farbe an allen Festtagen ist rot, denn dies gilt in China als Farbe des Glücks. Daher schenken sich die Chinesen zu Neujahr Geld in roten Umschlägen.

Traditionelle Glückwunschformeln zu Neujahr sind „Glück und neue Freude“, „Glück und Erfolg“ oder „Glück und Wohlstand“.

Bild: ©mitdesign_123rf.com

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