Teil 2: Konsumenten, Inhalte, Plattformen

Teil 2: Konsumenten, Inhalte, Plattformen

Konsumenten:
Chinas User sozialer Netzwerke sind nicht nur viel aktiver als die westlicher Länder. In 80 Prozent aller Fälle haben sie außerdem gleich mehrere Accounts in sozialen Netzwerken, vor allem bei lokalen Netzwerken (verglichen mit nur 39 Prozent in Japan). Der Gebrauch von Mobilgeräten als Zugang zu sozialen Netzwerken erfreut sich in China ebenfalls wachsender Beliebtheit: im Jahr 2010 gab es mehr als 100 Millionen derartiger User, eine Zahl, die Prognosen zufolge jährlich um 30 Prozent wachsen wird. Schließlich hören Chinesen verhältnismäßig oft auf die Meinung von Meinungsführern in sozialen Netzwerken – ein Resultat daraus, dass viele Chinesen öffentlichen Institutionen und staatlichen Autoritäten gegenüber sehr skeptisch sind. Eine unabhängige Studie eines Herstellers von Feuchtigkeitscremes beobachtete zum Beispiel, dass 66 Prozent der Chinesischen Konsumenten sich auf Empfehlungen von Freunden und Familie verließen, während dies in den USA nur 38 Prozent der Konsumenten tun.

Inhalte:
Der Wettbewerb um Konsumenten in der Sphäre chinesischer sozialer Netzwerke ist hart. Viele Unternehmen engagieren regelmäßig sogenannte „künstliche Autoren“, die positive Inhalte über ihre Produkte verbreiten und Wettbewerber attackieren und schlecht machen sollen, in der Hoffnung, dass sich diese Inhalte viral verbreiten. In vielen fällen führte negative Publicity – wie Vorwürfe über angeblich kontaminierte Produkte – zu Stürmen von Micro-Blog-Posts von Wettbewerbern oder verdeckten Usern. Unternehmen, die dabei sind, Krisen in sozialen Netzwerken zu bewältigen, sollten die Quelle der negativen Posts genau ausfindig machen und Gegenmaßnahmen davon abhängig machen, ob diesen von echten Konsumenten oder Wettbewerbern kam. Die Bedeutung der „künstlichen Autoren“ sollte auf jeden Fall auch immer Bedacht werden – andernfalls ist man versucht, über Konsumverhalten und Markenpräferenzen die falschen Schlüsse zu ziehen.

Plattformen:
Die Sphäre Chinas sozialer Netzwerke ist sehr fragmentiert und ortsgebunden. Bei jeder Plattform, ob Netzwerk oder e-commerce, gibt es mindestens zwei große örtliche Player: Beim Microblogging (oder auch weibo) zum Beispiel Sina Weibo und Tencent Weibo; bei den sozialen Netzwerken eine ganz Reihe von Unternehmen, inklusive Renren und Kaixin001. Diese Player haben unterscheidliche Stärken, Schwerpunkte, und oft auch geographische Prioritäten. Für Unternehmen erhöht diese Fragmentierung die Komplexität der Landschaft sozialer Netzwerke in China und verlangt nach großen Ressourcen und Expertise wie ein Netzwerk an Partnern, die das Unternehmen auf den richtigen Weg führen. Wettbewerb entsteht schnell – Unternehmen die Partnerschaften anstreben, sollten die Entwicklung der Plattformen und Player in diesem Sektor genau beobachten.

beim nächsten Mal: TEIL 3: EINE ERFOLGSSTRATEGIE ERARBEITEN

 

Bild: ©Minh Tang/123rf.com

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GF China Marketing

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