Kulinarisches China (Teil 3)

Kulinarisches China (Teil 3)

Wer hat nicht schon einmal im China-Restaurant das eigentlich nur hier bekannte Gericht „8 Kostbarkeiten“ bestellt und sich gefragt warum es sich dabei ausgerechnet um 8 Kostbarkeiten handelt? In China gibt es 8 große traditionelle Weisen Speisen zuzubereiten, die alle ihre Eigenarten haben und meist regionale Produkte zu landestypischen Speisen verarbeiten. Mit der „Hong-Kong Kantonesischen“, der traditionellen „Yue-Kantonesischen“, der Pekinger „Jing Cuisine“, der Zubereitung nach „Szechuan Art“, der orientalisch anmutenden „Xinjiang Cuisine“ Turpans und der süß-sauren „Min Cuisine“ wurden bereits sechs dieser acht Küchenstile vorgestellt, die nun heute vervollständigt werden sollen und zudem die Frage besprechen, was es darüber hinaus noch gibt.

Macao
In vielerlei Hinsicht trifft auf Macao Vieles zu, was auch für die „kantonesische Küche“ aus dem nahen Hong Kong gilt. 50 Kilometer trennen die beiden ehemals nicht chinesisch verwalteten Gebiete. Unterschieden werden kann der Stil der Küche Macaos aber dennoch gut. Schließlich trifft bis heute das traditionell Kantonesische auf die Küche der ehemaligen portugiesischen Koloniegründer und ließ einen kreativen und interessanten, neuen Stil kantonesischer Kochkunst entstehen, der sich zudem noch indonesischer Einflüsse bediente. Das ehemals alteuropäisch anmutende Macao, das zunehmend zum Touristenmagnet und zu einem Las Vegas Asiens umgebaut wird, gilt nicht umsonst als das „Paradies der feinen Küche“ und ist Connaisseurs aller Erdteile als wohl vielfältigste und „fremdeste“ Küche Chinas bekannt. Dies äußert sich beispielsweise in vielen traditionellen Bacalhau- Gerichten. Der ursprünglich portugiesische, getrocknete oder gewässerte Stockfisch findet hier in zahlreichen kantonesischen Versionen mit Ingwer oder Sojasaucen seinen Einsatz.

Xi´an
Als zweiten Vertreter orientalischer Küche, die man in China nicht unbedingt vermutet, komplettiert Xi´an das Spektrum der Acht Kostbarkeiten. So werden in der repräsentativen nordwestlichen Region gerne große Fleischplatten serviert auf welchen das Fleisch von Eseln und Kamelen kredenzt wird. Besonders eindrucksvoll sind die lang gezogenen aber sehr dünnen Nudeln, für welche die Stadt Lanzhou bekannt ist.

Die Sicht über den kulinarischen Tellerrand ist also immer einen Blick wert und auch mit der vorliegenden Darstellung ist das kulinarische China mitnichten ausgeschöpft. Vielmehr sind mit den beschriebenen 8 chinesischen Küchenstilen die bekanntesten benannt und annähernd erläutert worden. Darüber hinaus gibt es auch in China noch kochende Minderheiten, die eigene traditionelle und durchaus köstliche Herstellungsweisen und Essgewohnheiten besitzen. Bestes Beispiel ist vermutlich die in der ganzen Welt bekannte Minderheit der Tibeter, deren Joghurtfest in Lhasa eine äußerst köstliche Erfahrung sein kann. Auch die Tibetischen Momos, gefüllte Teigtaschen, sind in vielen Varianten eine echte Delikatesse.

Versuchen sie bei Ihrem nächsten Besuch im chinesischen Restaurant doch einmal zu erraten, welcher Küche Chinas der Koch angehört. Ein kleiner Tipp dazu: Die meisten Chinarestaurant- Betreiber in Deutschland stammen aus Macao und Hong Kong, weil die Reisebestimmungen dort schon immer einfacher gestaltet waren. Wenn sie aber trotzdem keine Ahnung haben, dann fragen sie doch einfach mal nach, denn auch Chinesen schätzen beim Essen ein interessantes Gespräch.

 

Bild: ©chuyu/123rf.com

 

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GF China Marketing

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