Knigge für „Laowais“ – Smalltalk auf Chinesisch

Knigge für „Laowais“ – Smalltalk auf Chinesisch

Die ganze Welt betreibt hin und wieder Smalltalk. Den kleinen, unverbindlichen Plausch mit Bekannten, Freunden oder Fremden kennt doch jeder. Befragt man Deutsche was für sie typisches Smalltalk-Thema ist, so werden die meisten antworten, dass ihnen da direkt das Wetter einfällt. In China hingegen ist der Smalltalk persönlicher und das Wetter schafft es dabei nicht mal in die Top 3 typischer Smalltalk-Themen.

So kann es durchaus vorkommen, dass Europäer sich ein wenig ausgehorcht fühlen, weil ihnen chinesischer Smalltalk zu persönlich ist. Häufige Fragen, die man auf Chinas Straßen auch durchaus mal von Fremden gestellt bekommen könnte sind jene, ob man denn schon verheiratet sei, ob man Kinder habe und wie viel Gehalt man so ungefähr verdiene. Dazu sei gleich gesagt, dass Chinesen dies ganz und gar nicht komisch finden und selbst ohne Probleme Auskunft über diese für uns Europäer sehr privaten Dinge geben.
Wer allerdings keine Lust hat, solche Details von sich preiszugeben, der kann dies seinem Gegenüber ruhig mitteilen. Dabei kann es vorkommen, dass ihr chinesischer Smalltalk-Partner ihr Verhalten vermutlich als ein wenig verklemmt und befremdlich einstuft. Doch nachdem er sie vielleicht sogar ein wenig belächelt hat, wird er das Thema wechseln, sofern er noch an Konversation mit ihnen interessiert ist. Vielleicht geht es anschließend dann ja ums Wetter.
Weder beim Smalltalk noch bei ganz normalen Unterredungen haben bei der Konversation zwischen Europäern und Chinesen die drei heiklen „Ts“ Platz. Das alte Sprichwort, welches besagt, niemals über Religion, Politik oder Fußball zu sprechen trifft in China somit nur bedingt zu. Über die Religion kann man durchaus mit Chinesen sprechen, allerdings halten sie dieses Thema für wenig diskussionswürdig. Auch über Fußball lässt es sich mit Chinesen sprechen. Hier muss man allerdings damit rechnen, dass der chinesische Gesprächspartner einfach keine Ahnung vom Lieblingsthema europäischer Männerstammtische hat und vermutlich maximal ein wenig mit Begriffen wie Messi, Ronaldo oder Manchester etwas anfangen kann.
Politische Themen hingegen empfiehlt es sich zu vermeiden, womit wir eben wieder bei den, bei Chinesen so brisanten drei „Ts“ angekommen wären. Sie stehen für Taiwan, Tibet und Tiananmen. Darüber erhitzen sich chinesische Gemüter schnell wenn sie typisch westliche Argumente in die Diskussion über eines dieser drei Brennpunkte einbringen. Es empfiehlt sich die Ahnungsloser-Tourist-Karte zu spielen und auf eines jener Themen angesprochen, einfach zu antworten, dass man keine Ahnung habe worum es dabei gehe.

 

Bild: ©rawpixel_123rf.com

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