Die Kunst der Stäbchen

Die Kunst der Stäbchen

 

Natürlich haben die Asiaten ihr eigenes Essbesteck und natürlich haben die meisten Menschen, die nicht mit den Stäbchen aufgewachsen sind, beim Erstkontakt ihre Probleme. Beim Chinesen in Deutschland mit der eigenen Familie mag sich die kleine Schwierigkeit als charmantes Abendprogramm erweisen, über das man auch gerne mal herzhaft lachen darf, bevor man dann zur Gabel greift. Was aber, wenn sie ihre Fähigkeiten vor „echten“ Chinesen unter Beweis stellen müssen? Wie sie ein Fiasko verhindern lesen sie hier.

Es ist keine Legende, kein Mythos und erst recht kein Vorurteil: Die meisten Geschäfte schließen chinesische Manager immer noch bei einem üppigen Abendessen ab. Gerne laden sie in erstklassige Restaurants ein, wenn ein großer Deal zu besprechen und zu unterzeichnen ist. Grundvoraussetzung für einen gelungenen Abschluss und Abend sind natürlich neben dem passenden Geschäftsmodell, die richtigen Umgangsformen und ein sicheres Auftreten. Und genau zu diesem sicheren Auftreten gehört der gewohnte Umgang mit dem Essbesteck der Asiaten – den Stäbchen.
Ähnlich wie es in Deutschland als gutes Benehmen gilt, das Messer nicht abzulecken gibt es auch im Umgang mit den Stäbchen einige, wenige No-Gos, die man allerdings beherzigen sollte, will man nicht negativ auffallen:
Zum ersten wäre da die Tatsache, dass chinesische Stäbchen keine Spieße sind, weswegen man mit ihnen auch nichts aufspießt. Weder Fisch- noch Fleischstücke sollten beim chinesischen Abendessen im Stil eines Käsepickers verwendet werden, man greift mit ihnen nämlich ausschließlich.
Ein noch größerer Fauxpas ist es allerdings besonders beim Essen mit Geschäftspartnern beim erzählen und erklären mit den Stäbchen zu gestikulieren. Zeigt man in China mit dem Stäbchen auf eine andere Person, ist das mindestens gleichzusetzen mit dem deutschen „Mit dem Finger auf jemanden zeigen“. Dies kann ihnen als Respektlosigkeit ausgelegt werden und lässt sie in einem unhöflichen Licht da stehen.
Ein weiteres Zeichen von mangelndem Respekt ist es, die Stäbchen senkrecht in eine Schüssel zu stecken, beispielsweise in Reis oder Nudeln. Dies erinnert die Chinesen zu stark an das Aufstellen und Entzünden von Räucherstäbchen, ein Ritual das man vollführt um Verstorbene zu ehren.
Ein letzter Tipp betrifft das Ende der eigentlichen Mahlzeit, legen sie ihre Stäbchen nebeneinander, möglichst parallel ab, ähnlich wie in Deutschland das Besteck, sollte man seine Stäbchen nachdem man mit Essen fertig ist, nie gekreuzt ablegen.
Leider machen diese Tipps sie nicht zu einem besseren „Stäbchenesser“, sondern geben nur einen kleinen Einblick in die chinesische Tischkultur um kapitale Fehler zu vermeiden. Im zweiten Teil unseres Stäbchen-Specials erklären wir deswegen die kulturelle Bedeutung und Herkunft dieses besonderen Stücks Esskultur. Einen letzten praktischen Tipp gibt es jedoch noch: Üben, üben, üben.

 

Bild: ©Chuwit Srisomwong_123rf.com

 

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