Die besonderen Zahlen der Chinesen 2

Die besonderen Zahlen der Chinesen 2

Wer reich werden will, wählt die 8

Nachdem sich sowohl Europäer als auch Chinesen in dem Aberglauben einig sind, dass sich bestimmte Zahlen besonders für unser Glück oder Pech zuständig zeigen, erwies sich die unglückbringende 4 als nahezu gleichwertiges Pendant zur europäischen 13. Heute geht es um die chinesische Glückszahl schlechthin und darum ob es in Europa dazu überhaupt eine Entsprechung gibt.

Als am 8. August 2008 der Beginn mit der Eröffnungsfeier für die ersten Olympischen Sommerspiele auf chinesischem Boden stattfand, handelte es sich für die westliche Berichterstattung um ein Datum mit sogenannter „Schnappszahl“ oder Zahlendopplung. Ein Datum bei dem sich eben viele gleiche Zahlen treffen, was es in Europa ebenso zu einem beliebten Datum für Hochzeiten machte – Schließlich klingen die Daten in unseren Ohren gut und sind darüber hinaus auch für vergessliche Ehemänner leicht zu merken.
In China hingegen, handelte es sich bei dem 08.08.08 um den perfekten Tag schlechthin: Perfekt um zu Heiraten; perfekt um ein Lotterielos zu kaufen; perfekt um die Olympischen Spiele zu eröffnen. Denn in China ist die 8 eine eindeutige Glückszahl. Und wieder, wie schon bei der Unglückszahl 4, lässt sich dies auf eine semantisch, phonetische Ursache zurückführen: Die Zahl 8 wird in Südchina und in Hong Kong nämlich „Fa“ ausgesprochen, während „Fa“ in den anderen Landesteilen Chinas mit „Reich werden“ übersetzt werden kann und soagr das gleiche chinesische Symbol hat. Somit galt das Startdatum der Olympiade in Peking ebenso als „Take Off“ und gutes Zeichen einer reichen und glücklichen, chinesischen Zukunft.
Ein wirkliches Pendant haben Europäer da nicht zu bieten. So ist im Westen die 7 sicherlich eine Zahl mit einer besonderen Bedeutung, weil sie häufig in Märchen vorkommt und dadurch eine mystische Komponente in sich trägt oder weil die Schöpfungsgeschichte und analog unsere Woche 7 Tage hat.
Allerdings kann die 7 keinesfalls mit der chinesischen 8 gleichgestellt werden, denn in Europa überlegt man seit Jahrhunderten, ob die 7 nun eine Glückszahl oder doch eher eine Unglückszahl sei und kommt dabei zu ständig wechselnden Ergebnissen. So ist die 7 nach wie vor die Zahl die am Häufigsten auf europäischen KFZ-Nummernschildern auftaucht und doch kennt man feststehende Begriffe, wie das „verflixte 7. Jahr“ oder nennt einen Besserwisser volkstümlich auch gerne mal „siebengescheit, ein schneller Wanderer hingegen ist aber auch wieder mit „Siebenmeilenstiefeln“ unterwegs gewesen und letztendlich gab es in der Bibel sowohl 7 fette als auch 7 magere Jahre.

Die Chinesen sind dagegen mit der 8 deutlich entschlossener und lassen nichts Böses auf ihre Lieblingszahl kommen. Ebenso haben sie die 8 gerne auf dem KFZ-Kennzeichen und lassen sich im Zweifelsfall oder bei Zufallsentscheidungen gerne von ihrem Aberglauben leiten, ähnlich wie Deutsche am ehesten „die Goldene Mitte“ wählen.
Eine Grundbereitschaft zum Aberglauben eint die Kulturen Europas und Chinas also und in einem sind sich ohnehin alle einig: Geld in einen Brunnen werfen und sich etwas wünschen, ist eine sinnvolle Sache. (rh)

 

Bild: ©Chuwit Srisomwong/123rf.com

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