Das besondere Verhalten der Chinesen zu E-Commerce und Social Media

Das besondere Verhalten der Chinesen zu E-Commerce und Social Media

Viele der uns bekannten Plattformen sind in China verboten. Dazu zählen auch die geläufigsten Social-Media-Plätze wie Facebook oder YouTube. Doch wie sich bereits gezeigt hat, bietet der chinesische Markt bereits Alternativen, die auf den ersten Blick Kopien von westlichen Social-Media-Plattformen sind. Es wäre falsch gewisse Ähnlichkeiten zu leugnen, doch sollte stets im Hinterkopf behalten werden, dass sich der chinesische Markt und das Verhalten der Bevölkerung im Internet deutlich von der westlichen Kultur unterscheidet.
Diese Beoabchtung lässt vor allem den Schluss zu, dass was auf den ersten Blick als Kopie betrachtet wurde unter den gegebenen Umständen anders funktioniert als vorher geahnt und eventuell sogar der „Vorlage“ in einigen Belangen deutlich voraus ist…

1) Wie verhalten sich die Chinesen online?

Um diese Frage eindeutig beantworten zu können und den Vergleich zur westlichen Kultur zu ziehen, muss erst einmal die Nutzergruppe analysiert werden. In China sind die Nutzer sozialer Medien und Netzwerke deutlich älter und reicher als die Nutzer in westlichen Kulturen. Während in China vor allem Berufstätige den Social-Media-Sektor erkunden und gestalten, sind es im Westen vorrangig Jugendliche und junge Erwachsene, die in den sozialen Medien verkehren.

Dies führt uns zum ersten Punkt: Die sozialen Medien in China sind eng mit E-Commerce verknüpft, da das Zielpublikum und die Nutzergemeinschaft über mehr Geld und wegen des Alters auch über mehr Entscheidungsgewalt verfügt. Intuitive Online-Käufe können in China einfacher provoziert werden, da Plattformen wie WeChat oder Weibo es erlauben, kleine E-Stores zu betreiben oder Geld per QR-Code bequem hin und her zu schieben.

Genau dieser Aspekt der Nutzergemeinschaft erlaubt es Firmen einen deutlich erhöhten Erfolg durch soziale Medien einzufahren. Das Resultat aus der engen Verknüpfung von Werbung in Social-Media-Kanälen mit direkter Anbindung zu einem Online-Shop ist eine verlockende Attraktion für Kunden wie für Unternehmen.

2) Die Zugangsmöglichkeiten zu Internet und Social-Media

Einerseits sind es besondere Verhaltenmuster einer Gruppe, die die sozialen Medien beeinflussen und auf das entsprechende Muster angepasst werden müssen, andererseits muss das Internet beziehungsweise die Plattform auch zugänglich sein, um überhaupt wirken zu können.

Auch was die Zugangsmöglichkeiten der sozialen Medien angeht, ist China der westlichen Kultur einen Schritt voraus. Dies besteht zunächst in den demographischen Gegebenheiten. Es ist nicht nur die Qualität der Nutzer, die ein höheres Alter und Budget aufweisen und deswegen schneller Produkte intuitiv kaufen, es geht auch um die Quantität der Nutzerschaft. In China leben so viele Menschen wie sonst nirgends auf der Welt, was die Nutzung der Social-Media-Kanäle deutlich erhöht im Vergleich zu Ländern wie Deutschland.

Außerdem werden in China deutlich mehr Smartphones von kleinen Firmen produziert, die in Konkurrenz zu Samsung und Apple treten können, da sie zunächst auf dem heimischen Markt absetzen können. Das Resultat dieser Verkaufspolitik spiegelt sich im Smartphonepreis wieder: So sind die Smartphones chinesischer Lokalproduzenten deutlich günstiger und damit ist der Zugang zum mobilen Internet deutlich erleichtert, da die finanzielle Einstiegsschwelle deutlich gesenkt ist. Auch die Zahl der angebotenen Smartphones ist erhöht, wodurch eine breitere Menge Zugang zu Mobilen Daten und somit Social Media hat. So können auch auf dem Arbeitsweg und unterwegs Geschäfte abgeschlossen und mit sozialen Medien interagiert werden.

Das höhere Alter und die deutlich besseren Zugangsmöglichkeiten führen letztendlich zu einem höheren Traffic, aber auch zu einer höheren Nutzeraktivität was das Kommentieren, Teilen und Erstellen von Posts in sozialen Netzwerken angeht. Für Unternehmen ergeben sich hieraus weitreichende Netzwerke und Kommunikationsmöglichkeiten mit der zahlungskräftigen Bevölkerung Chinas…

3.) Die Neuerungen sozialer Netzwerken

Was auf den ersten Blick wie eine Kopie westlicher Netzwerke aussehen mag, ist in Wirklichkeit ein auf den heimischen Markt angepasster Konterpart.
So bieten sich über die intensive Nutzung des QR-Codes beispielsweise deutlich erhöhte Möglichkeiten für Verbraucher. Diese smarte Lösung erlaubt es ohne die ständige Eingabe von Account-Details Zahlungen zu tätigen, sich sozialen Medien anzuschließen, Accounts zu folgen, Daten weiterzuleiten und vieles mehr, was sonst deutlich zeitintensiver und aufwändiger betrieben werden muss.

Außerdem bieten die Social-Media-Plattformen erweiterte oder gänzlich verschiedene Möglichkeiten zur Interaktion, verglichen mit den westlichen Möglichkeiten und Optionen.

Die schiere Anzahl der Nutzer führt schließlich auch zu innovativerem Content, da mehr Nutzer neue Dinge posten anstatt nur passive ein soziales Netzwerk zu nutzen.

Fazit

Die veränderten Verhaltensweisen zu westlichen Nutzern erlaubt in China einen anderen Umgang, beziehungsweise eine ganz andere Nutzungsmöglichkeit für die Erstellung von Social-Media-Content.

Auch die Nutzerschaft weist deutliche Unterschiede zur westlichen Social-Media Nutzergruppe auf und unterliegt damit anderen Regeln und Anforderungen an den Content der veröffentlichenden Institution.

Die Möglichkeiten für Unternehmen sind in China deutlich unkomplizierter und verfügen über ein vielfaches an Optionen was die Verbindung von Social-Media-Marketing und direkter E-Commerce angeht. Diese Tatsache erlaubt es, ein effektiveres Marketing mit Direktabsatz zu betreiben.

Bild: ©Minh Tang_123rf.com

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GF China Marketing

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